Historische Lärmfeuer 2011

 

Immer am 1. Aprilwochenende. Im Jahr 2011 findet das Lärmfeuer am 9. April statt.

am 9. April 2011 flammen wieder die Lärmfeuer im Rahmen der Odenwaldweiten Signalkette Lärmfeuer vom Rhein bis ins Herz des Odenwaldes auf. Das Programm der über 30 Veranstalter wird im November veröffentlicht.

Marieta Hiller bietet eine Erlebnisführung mit Römer-Menu und Fackelwanderung zum Ohlyturm an: um 16 Uhr beginnt die Erlebnisführung zu den römischen Werkstücken im Felsenmeer, dabei lernt man Originalrezepte kennen, wie die alten Römer einst gegessen haben...
Um 18.30 Uhr gibt es imm Kreuzhof Kuralpe - an einem hochgelegenen Platz gelegen, der sicherlich bereits seit Römerzeiten eine Wegkreuzung war, ein leckeres römisches Menu, und anschließend eine Fackelwanderung zum Ohlyturm, die Lärmfeuer der Umgebung anschauen...

Um 19 Uhr beginnt in Neunkirchen eine Fackelwanderung mit dem Köhlers Bawweddsche zum Kaiserturm, dort oben hoch über der Neunkircher Höhe können die Lärmfeuer der Umgebung gesehen werden. Anschließend gibt es im Höhenhaus Odenwald eine ganz besondere Lärmfeuer-Speisekarte.

Der Odenwälder Kleinkunstverein DoGuggschde feiert am großen Lärmfeuer auf der Raidelbacher Höhe, Gäste sind herzlich willkommen.

Sobald alle Angebote "festgeklopft" sind, werden Anmeldungen entgegengenommen.

Unserem Sponsor, der Pfungstädter Brauerei Hildebrand GmbH & Co. KG, möchten wir ganz besonders herzlich für die freundliche Unterstützung danken!

Hier noch ein bißchen "Futter" zu den Lärmfeuern:

Der Odenwald. Unendliche Wälder. Wir schreiben das Jahr 0.
Ganz Gallien ist von den Römern besetzt und auch in Germanien versuchen sie Fuß zu fassen. Doch die Germanen zeigen den Eindringlingen die Zähne und zwingen die Römer zu etwas für die damalige Zeit Unerhörtem, zum Bau eines Grenzwalls - „Limes“ genannt. So oder so ähnlich könnte es wohl einem in
unserer Zeit populären Comicstrip entnommen worden sein.
Doch nicht nur in Gallien, sondern auch in Germanien gab es unbesiegbare Krieger, denen nur ab und zu mal das Schlimmste drohte, was man (frau) sich in dieser Zeit vorstellen konnte, nämlich daß ihnen der Himmel auf den Kopf fallen wollte.
Auf lateinisch wird dieses Limes-Bauwerk ursprünglich als Grenzweg oder Grenzschneise bezeichnet. Zuerst wohl wirklich nur als Weg oder Schneise angelegt, wurde es zunehmend zu dem, was wir heute kennen: „ Die römische Mauer“. Vermutlich im Jahre 98 n. Chr. ließ Kaiser Trajan unmittelbar nach
seinem Regierungsantritt das römische Einflußgebiet rechts des Rheins zwischen Mainz und Straßburg durch den Neckar-Odenwald-Limes markieren und sichern. Diese Grenze bestand etwa 60 Jahre lang. Die Odenwaldlinie des Neckar-Odenwald-Limes begann südlich des Kastells Obernburg am Main und endete nahe der Kochermündung gegenüber von Bad Wimpfen am Neckar. Dieser Streckenabschnitt von rund 70 km Länge wurde mit etwa 80 Wachtürmen gesichert. Um sich untereinander zu verständigen und zu warnen,
benutzten die Besatzungen der Türme und Kastelle Feuerzeichen.
Diese Art der Verständigung durch Feuersignale war im ganzen Römischen Reich bekannt. Experimentelle Archäologie in unserer heutigen Zeit hat schon längst den Beweis erbracht, daß es den Römern auf diese Art möglich war, Nachrichten aus der germanischen Provinz binnen 12 Stunden nach Rom zu übermitteln. Welche Zeichen dabei benutzt wurden, oder ob es einen bestimmten Feuerzeichencode gab, kann heute nicht mehr beantwortet werden.
Es könnte aber schon in der Zeit der Kelten, welche zumindest das Umland des Odenwaldes besiedelten, ein Kette von Signalstationen quer durch das Gebirge gegeben haben. Erhalten gebliebene keltische Namen deuten auf eine Präsenz dieses Volkes im Innern des Odenwaldes hin. So z. B. die Bergnamen
Tromm (keltisch Druim = Rücken) stammt, oder Berge in welchen das Wort Ross vorkommt, vermutliche Bedeutung: Vorgebirge. Auch die Gewässernamen wie etwa Rhein, Main und Neckar, die rund um den Odenwald fließen, sind keltischen Ursprungs.

Am Ende der römischen Herrschaftszeit in Germanien, die durch die Völkerwanderung gekennzeichnet war, gab der germanische Volksstamm der Burgunder ein kurzes Gastspiel am Rhein. Als Föderaten der Römer durften sie sich im Gebiet zwischen Worms, Alzey und Mainz niederlassen. Es kann angenommen werden, daß auch die Burgunder das vorhandene römische Nachrichtennetz nutzten und in seinem Gebrauch unterwiesen wurden.
Nun ja, nach dem Ende des Burgunderreiches begann jedenfalls eine Zeit, welche schließlich im finsteren Mittelalter enden sollte. Fast 300 lange Jahre sollte es dauern bis mit dem Kloster Lorsch wieder so etwas wie ein Kulturträger in den Randgebieten des Odenwaldes Einzug hielt. Und diese
Kulturträgerfunktion lockte immer mehr spendenwillige Adelige an, welche für ein „Vergelts Gott“ dem Kloster Ländereien und Geld vermachten. Schon sehr früh verfügten die Mönche über einen Kernbesitz der ungefähr dem Gebiet des heutigen Südhessen entsprach. Mehrere Burgen an der Bergstraße sind
Gründungen des Klosters. Es kann daher schon mit einiger Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß die Mönche zur Verständigung zwischen dem Kloster und den Burgen Feuer und Lichtzeichen benutzten. Doch die Klosterzeit verging und machte dem Ende des Mittelalters Platz.
Obwohl in diese Zeit die Erfindung des Schießpulvers fällt, haben wir keine Nachrichten über Signalfeuer. (Über die Eroberung der Burg Tannenberg oberhalb der Gemeinden Seeheim-Jugendheim im heutigen Landkreis Darmstadt-Dieburg liegen wesentlich mehr Urkunden vor, so daß diese
Burg getrost als erste Burg in Deutschland gezählt werden darf, welche durch Schußwaffen in Form von Pulvergeschützen zerstört wurde).
Urkundlich erstmals erwähnt werden Signal- oder Lärmfeuer, wie man sie später nannte, in der Zeit des dreißigjährigen Krieges und den Zeiten danach. Der Begriff „Lärmfeuer“ kommt vom französischen „A l’ arme“ oder dem italienischen All’arme - „Zu den Waffen”. Text: Thomas Maul - DoGuggschde e.V.

Lärmfeuer – ein Signal gegen Geschichtslosigkeit:
Alarm am Limes – römischer Grenzwall als Verbindung durch die Jahrhunderte

Lärmfeuer verbinden jetzt auch Osterburken, Marienhöhe und Bieringer Höhe mit dem Rest der Lärmfeuerkette des Odenwaldes und mit der Geschichte am 27. März 2010. So stellen sich das die Initiative Laermfeuer.org und die örtlichen Organisatoren jedenfalls vor. Mit Lärmfeuer wurden in früheren Jahrhunderten Signalstellen zur einfachen Nachrichtenübermittlung bezeichnet. Der Begriff setzt sich aus den Worten Lärm, das sich aus dem frühneuhochdeutschen Wort Alarm[a] und Feuer, mittelhochdeutsch viur zusammen. Lärmen bedeutet in diesem Fall Alarm schlagen.

Lärmfeuer bestanden aus meterhohen Holzstößen, die auf Bergspitzen aufgeschichtet wurden. Wenn sie angezündet wurden,  konnte das Feuer, beziehungsweise der Rauch, von der nächsten Bergspitze aus gesehen werden. Auf diesen befand sich dann ein weiterer Holzstoß, der beim Erkennen eines Lärmfeuers ebenfalls angezündet wurde. So wurde eine Nachrichtenkette aufgebaut, um vor einer möglichen Gefahr – meist feindlichen Angriffen – zu warnen. Beispielsweise bildeten Lärmfeuer im Dreißigjährigen Krieg einen Ring um den gesamten Odenwald und weite Teile des Hessischen Rieds. Klar ist, dass es Signalfeuer in allen Kulturen gab und gibt.

Im 5. Jahrhundert v.Chr. meldeten die Griechen die Eroberung Trojas der 400 km weit entfernten Stadt Argons mit Feuerzeichen von Insel zu Insel.  Auch die alten Römer bedienten sich der Feuerpost. Mit Fackelsignalen verbreiteten sie Nachrichten von Wachturm zu Wachturm durchs ganze Reich. Später telegrafierten die Niederländer mit den Flügeln der Windmühlen, welche in Holland überall verbreitet sind.  Eingeborenen-Stämme in Afrika kannten eine einheitliche Trommelsprache, mit der sie nachweisbar Nachrichten von Kairo bis Johannesburg, also durch den ganzen afrikanischen Kontinent, übermittelten. Indianer in Südamerika verwandten Glasflaschen, mit denen sie Sonnenstrahlen auffingen und spiegelten.

 

Die Osterburkener Museen, das Römermuseum ebenso wie das Living-History-Museum, nehmen gemeinsam an der Aktion Lärmfeuer teil, die durch rund 30 Orte des Odenwaldes realisiert wird. Im Schnitt startet ab dem frühen Abend und mit Einbruch der Dunkelheit im ganzen Odenwald alle 2 Minuten ein Alarmfeuer in der Kette von West nach Ost. Geplant sind Feuer und Fackelstrecken, die das Römermuseum, das Kastell und die Rekonstruktionsversuche Wall/Graben Palisade, entlang des römischen Limes mit den Alarm-Feuern auf der Marienhöhe und dem Alarmfeuer der Merchinger Landsknechte auf der Bieringer Höhe verbinden.

Römer, Kelten und Germanen ziehen am 27. März von Osterburken auf die Marienhöhe und befeuern so die Alarmkette. Erst wenn die „Borkemer“ Cicerones und „Spätantiken“ auf die Frühmittelalterlichen auf der Marienhöhe treffen, entzünden sie gemeinsam mit ihren Fackeln das Alarmfeuer. Vom Römermuseum über Kastell und Rekonstruktion an Wall und Graben, mit den Fackeln und in historischer Gewandung, römischem Blech und germanischer Klamotte geht es über die alte Römerstrasse, den Pferdehof, die Umgehungsstrasse in Richtung Römerwachturm Marienhöhe und entlang des Egelsees in den Museumspark von Adventon. Begleitet wird der Zug durch die Geschichte an den Grenzen Germaniens entlang von den Spielleuten von Adventon und sicher zahlreichen weiteren Begeisterten. Die Bevölkerung ist eingeladen, mit zu laufen. Hier warten Ritter und Wikinger bereits auf die Historien-Kollegen, um das Feuer zu entfachen, das bereits von Lorsch im Westen über den Lärmfeuerberg bei Wald-Michelbach bis nach Merchingen im Osten getragen wird. Die gemeinsame Aktion der Baulandgruppen aus Ravenstein, Marienhöhe und Osterburken schliesst sich damit der Initiative Lärmfeuer.org an, die bereits im vierten Jahr diese Aktion durchführt.

Ab 17 Uhr wollen die Histotainer zusammen mit allen Besuchern , Eintritt frei, das große Alarmfeuer aufbauen. Paletten werden geschichtet, damit das Feuer ausreichend Zug bekommt und weithin sichtbar wird, dann noch Scheitholz, damit es auch eine Weile lang an bleibt. Am ganzen Wochenende sollen Gruppen aus ganz Deutschland hier den Auftakt der Historiensaison begehen, schließlich stellt man die Uhren auf Sommerzeit um. Auf dem Feuerberg an der Kelter gibt es natürlich kalte und heisse Getränke aus Beerenweinen, Met, Met-Bier, Glühpunsch und Glühkirsch sowie Bürgerspieße, Räuberfackeln und Reiterspieße. Der Backofen wir seit Stunden eingeheizt sein und als Anachronismus gibt es eine Gulaschkanone.  Michael Wolf, Adventon
www.röemermuseum-osterburken.de  und www.adventon.de

DIE LÄRMFEUER BRENNEN WIEDER:
AUS DEN LÄRMFEUERN WERDEN FREUDENFEUER

DIE ZÜNDENDE IDEE DES FEUERNETZES WIRD FORTGESETZT

Es ist das größte Open-Air-Festival, das es in Deutschland gibt. Und das wiederholt sich im nächsten Jahr zum vierten Mal, genau: am Samstag, 27. März 2010, wenn die Lärmfeuer auf den Höhen des Odenwaldes wieder brennen und eine teilweise historisch nachgestellter Signalkette vom Rhein zum Main dieses Mittelgebirges überzieht und die Feuer entflammt werden.

Die Befeuerung der Odenwaldberge zum Zweck der Signalgebung geht sicherlich in vorgeschichtliche Zeiten zurück. Auch die Römer benutzten dieses optische Kommunikationssystem aus Licht und Rauch  und setzten es zwischen den Wachttürmen am Limes und zu den Kastellen im Hinterland ein. Auch in den Kriegen des 16., 17, 8nd 18. Jahrhunderts wurden die Lärmfeuer auf den Bergen des Odenwaldes wieder gezündet, desgleichen in den Revolutionsjahren anfangs und Mitte des 19. Jahrhunderts.

Ein 502 Meter hoher Berg bei Ober-Mossau, der den historisch überlieferten geografischen Namen „Lärmfeuer“ trägt, erinnert an dieses System von Signalketten, das zur Warnung vor dem vorwiegend aus Westen heranrückenden Feind diente, da diese Feuer, zumal bei Nacht, weithin sichtbar waren. Diese Signalfeuer wurden auf den Bergkuppen angezündet, um Alarm zu geben, daher der Name „Lärmfeuer“, um die Bevölkerung zu „alarmieren“, eben um „Alarm zu schlagen“.

Über die Geschichte dieser Lärmfeier berichtet Heimatforscher Dr. Peter W. Sattler (Mossautal) im Gasthaus-Hotel „Lärmfeuer“ in Reichelsheim-Rohrbach am Tag der Wiederkehr der „Lärmfeuer-Bewegung“. Er wird auch begründen, weshalb aus den ehemaligen Alarmfeuern jetzt Freudenfeuer geworden sind.  Dr. Peter W. Sattler

Für Lärmfeuer-Veranstalter: die Planungen 2011

- hier sind immer unsere internen Aktualisierungen zu finden. Bitte Änderungswünsche in der Programmbeschreibung einfach an kieselbart@dblt.de schicken, ich nehme sie mit der nächsten Aktualisierung auf.

Wer in der Lärmfeuerbroschüre 2012 mit seinem Programm und / oder einem Inserat vertreten sein möchte, kann sich ebenfalls jetzt schon bei mir melden.

Die Lärmfeuer am 9. April 2011 stehen unter dem Motto "die Römer im Odenwald". Ausführliche Infos dazu sind in der Broschüre 2011 sowie hier unter Koboldkalender 9.4.2011 und unter dem Button "Warum den Römern so viele Werkstücke mißglückt sind..." auf der Startseite zu finden.

Mit feurigen Grüßen an alle Veranstalter und solche die es noch werden möchten

Marieta Hiller