Der Wolf war zuerst da: wie begegnet man ihm als Mensch?

Seit September 2017 ist es Gewißheit: ein Wolf streift durch den Odenwald. Im November 2017 wurden Wolfsrisse in Mossau nachgewiesen. Da Wölfe nachts bis zu 80 Kilometer Strecke zurücklegen können, ist es möglich, daß er auch das Felsenmeer besucht.

Deshalb - und auch um allen anderen Wildtieren Ruhe zu gewähren - finden keine Touren am Abend statt. Ausnahme: die Fackelwanderung am Lärmfeuerabend 24.03.2018.

Verhaltensregeln: als Gruppe zusammenbleiben und Lärm machen. Schon allein deshalb verbietet es sich, abends und nachts in den Wald zu gehen. Der Wolf geht dem Menschen grundsätzlich aus dem Weg. Auf keinen Fall ist er goldig oder muß angelockt, bestaunt oder gar gefüttert werden. Er ist ein Wildtier, das unsere Achtung verlangt.

Bei Tag ist es nicht gefährlich, das Felsenmeer zu besuchen. Der Wolf geht Ihnen strikt aus dem Weg. Sie werden ihn nicht zu Gesicht bekommen, auch wenn er da ist. Gefährlich wird ein Wolf nur, wenn er gelernt hat, daß der Mensch eigentlich ein guter Futterspender ist. Daher sollten auf keinen Fall Lebensmittel (auch nicht die Verpackungen!) weggeworfen oder gar ausgelegt werden.

Auflistung für Verhalten bei Wolfsbegegnungen

Diese Liste habe ich bei Survival-Experten Kai Sackmann entdeckt, der zum Wolf viel Vernünftiges zu sagen hat. Bitte hier vollständig nachlesen!

  • An allererster Stelle steht der Grundsatz, der für das Verhalten mit allen Tieren gilt: Ruhig verhalten und dem Tier die Möglichkeit geben sich zurückzuziehen.

  • Auf keinen Fall sollte man sich einfach Umdrehen und Weglaufen, denn dieses Verhalten könnte von jedem Raubtier als beutetypisches Fliehen gewertet werden.

  • Allgemein wird auch immer empfohlen sich selber möglichst groß zu machen, um dem Tier eine besondere Größe und damit Gefährlichkeit vorzutäuschen. Man sollte also immer aufstehen und könnte zusätzlich auch noch die Arme nach oben ausstrecken.

  • Feuer gilt dem Menschen schon seit eh und je nicht nur als Wärmequelle und Kochmöglichkeit, sondern auch als Schutz gegen wilde Tiere. Menschen auf der ganzen Welt nutzen diesen Schutz bei Übernachtungen in der Wildnis.

  • Viele Naturvölker schützen sich durch wallartige Bauten rund um einen Lagerplatz oder, wenn dies nicht möglich ist, durch eine erhöhte Schlafposition an für Raubtiere unerreichbaren Stellen.

  • Sollte es zu einem Wolfsangriff kommen, kann man sich wohl nur an die Tips zum Umgang mit Hundeangriffen halten. Und hier werden als letzte Maßnahmen, Hiebe in Richtung der Augen und der empfindlichen Nase empfohlen. Auch Stockschläge in den Nacken des Tieres könnten eine hilfreiche Wirkung zeigen.

  • Hundebesitzer sollten sich darüber bewusst sein, dass ein Hund von Wölfen immer als Revier-Eindringling gesehen werden wird. Und Eindringlinge werden von Wolfsrudeln vertrieben oder getötet.

Nützliche Infos zum Wolf bietet der Naturschutzbund Deutschland e.V., und Kai Sackmann hat auf seiner Seite zwei kleine Filme zum Thema Verhalten gegenüber dem Wolf eingestellt.

Ich habe in den letzten Jahren einiges zum Wolf auf meinen Seiten zusammengetragen: Märchenhaftes und Wahres - in der Rubrik Schäfer und Wölfe. Heute lebt man als Survival-Experte draußen im Wald, früher waren es die Räuber - und ihr Leben war alles andere als romantisch, auch ohne Wolf. Ich wünsche viel Spaß beim Schmökern in der warmen Stube - und halten Sie die Ohren auf, ob draußen in der Nacht nicht ein Heulen zu hören ist...

Marieta Hiller, November 2017