Von Fürth nach Lindenfels

Im Jahr 2007 fanden die 10. Kunsttage der Sparkassenstiftung
Starkenburg statt. Bei den von dem Abtsteinacher Künstler Martin
Hintenlang ins Leben gerufenen Kunsttagen haben wieder 10 Künstler
live in Lindenfels und in Fürth ihre Werke geschaffen, die an dem Wanderweg
zwischen Fürth und Lindenfels aufgestellt wurden. Beteiligt waren : Martin
Hintenlang (Abtsteinach), Helmut Reinisch (Mieders, Österreich), Kersten
Thieler-Küchle (Schwabmünchen), Alfred Wolf (Siedelsbrunn), Beate Kuchs
(Hottenbach), Daniel Priese (Halberstadt), Markus Sauermann
(Guntersblum), Roswitha Schaab (Berlin), Clemens Weiss (Mönchengladbach
/ New York) und Ortwin Zeidler (Mannheim). Weitere Kunstwege sind in
Wald-Michelbach, Rimbach, Neckarsteinach, Viernheim, auf der Tromm, in
Abtsteinach (2) und in Mörlenbach.
Von Lindenfels folgen wir der OWK-Markierung rotes Viereck durch das „Innere“
und das „Äußere Fürther Tor“. Über dem inneren Torbogen befindet sich an
der Außenfront ein Pecherker, aus dem siedendes Pech auf den Feind
gegossen wurde. Der Pecherker ist mit dem pfälzisch-bayerischen Wappen
geschmückt, während die Konsolsteine einen männlichen und einen
weiblichen Neidkopf mit herausgestreckter Zunge als Zeichen der Verhöhnung und der Abwehr der Feinde zeigen. Daneben befinden sich zwei schlüssellochartige Schießscharten. Vom Fürther Tor führt der Wanderweg am Kapp-Berg vorbei hinab nach Fürth. Von der Kapp-Hütte hat man einen schönen
Blick auf Fürth und das von bewaldeten Höhen umgebene Weschnitztalbecken.
Dann verläuft der Weg durch die Feldflur zu einem barocken Bildstock von 1798. Er erinnert an einen Rimbacher Bauern, der wegen Wilddieberei 30 Jahre lang
in Lindenfels im Burgverlies saß und nach seiner Entlassung auf dem Heimweg nach Rimbach an dieser Stelle vor Erschöpfung tot zusammenbrach.
Fürth wurde 795 im Lorscher Codex erstmals als „Furte“ genannt. Diese Siedlung wurde zur „principalis curia“, zum Verwaltungszentrum des Klosters
Lorsch im Weschnitztal. Der Ort wurde selbstständige Zent und erhielt ein eigenständiges Hochgericht. Mit der Übereignung des Klosters an das Erzbistum Mainz wurde Fürth mainzisch und in der Folgezeit ständig in die Fehden zwischen Mainz und der Pfalz mit einbezogen. 1356 ernannte Kaiser Karl IV. auf Bitten des Erzbischofs Fürth zur Stadt. Damit war u.a. das Recht verbunden, Befestigungen zu errichten und einen Wochenmarkt abzuhalten. Ob Fürth aber jemals befestigt war, lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachweisen. In der Folgezeit wurde jedenfalls die Bezeichnung „Stadt“ nicht mehr gebraucht.
Von Fürth aus besteht die Möglichkeit mit dem Linienbus zurück zum
Ausgangspunkt zu gelangen. (Text: Rainer Türk)

Nach der Wanderung auf dem Kunstwanderweg empfiehlt sich eine Einkehr im Gasthaus Zum Rebstock in Fürth-Steinbach, beim Edelbrenner Dieter Walz in Fürth oder im Gasthaus Bergfriede in Seidenbuch, in der Krone oder im Römischen Kaiser in Schlierbach. Vom Felsenmeer kommt man mit PKW in 20 Minuten zum Ausgangspunkt in Lindenfels. In Fürth gibt es ein Faltblatt "Historischer Rundgang durch Fürth", das man beim Verkehrsamt Fürth bekommen kann. Zum Bergtierpark in Erlenbach ist es von hier auch nicht mehr weit. In Lindenfels gibt es wiederum tolle Wanderwege (Nibelungensteig!), eine Broschüre von Rainer Türk mit "Wanderungen rund um Lindenfels" - leichte bis mittelschwere Spazier- und Wanderwege gibt es beim Kur- und Touristikservice Lindenfels. Dort zu besichtigen ist die Burg mit vielen interessanten Veranstaltungen, eine romantisch verwinkelte Altstadt, das Heimatmuseum mit alten Werkstätten, die an bestimmten Tagen lebendig werden, es gibt Kneipp-Kuranlagen und das Waldschwimmbad, und es gibt hier ein Drachenmuseum. Drachen spielen ja im Nibelungenland eine besondere Rolle, und im Bürgerturm der Stadt Lindenfels wurden Darstellungen von der Steinzeit bis zu moderner Fantasy zusammengestellt.