Salz aus der Tiefe: Erlebnisbergwerk Merkers

Spektakulär präsentiert wird das Salz im Erlebnisbergwerk Merkers.

Salz ist lebenswichtig für den menschlichen Organismus. Aber woher kommt das, was wir uns auf Pommes und Tomaten streuen?

An einem richtig ungemütlichen Dezembersamstag wollte ich das genauer wissen. Im Erlebnisbergwerk Merkers, 200 km oder zweieinhalb Autostunden entfernt vom Felsenmeer, wurden wir mit Helm und Schutzkleidung ausgestattet und fuhren ein. So nennt man das Aufzugfahren im Bergwerk: 800 Meter ging es in die Tiefe, und schon war es kuschelig warm. Zwischen 18 und 27 Grad, je nachdem auf welcher Sohle man ist.

Auf Mannschaftswagen wurden wir durch die weiträumigen Stollen gefahren, wobei man unter Tage nicht schneller als 35 km/h fahren darf. Unsere Bergwerksführer fuhren aber auch nicht langsamer, nicht mal in scharfen Kurven. Insgesamt führte uns die dreistündige Tour über 20 Kilometer zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten des Bergwerkes.

im Museum sind Werkzeuge, Sprengmittel und -methoden, historische Fahrzeuge und Produkte aus dem hier geförderten Kali zu sehen. Im Großbunker etwas weiter steht ein gigantischer Schaufelradbagger, der jedoch in diesem Saal winzig wirkt. Hier finden Philharmoniekonzerte statt. Als nächstes ging die Fahrt zum mit Spannung erwarteten Goldraum, wo die Nationalsozialisten kurz vor Kriegsende den Bundesschatz versteckten.

Doch der Goldraum war noch nicht der Ort, der der Atem stocken ließ; weiter ging die Fahrt bis zum tiefsten Punkt der Tour, zur Kristallgrotte.
Hier traten wir in kleinen Gruppen durch eine Pforte, es war dunkel dahinter. Nur ein leichtes Glitzern reflektierte das spärliche Licht.
Dann flammte n Lampen auf, zunächst weiß, dann grün, violett, blau, gelb, rot....
Salzkristalle von einem Meter Kantenlänge überziehen hier die Decke, die Wände und den weit unter dem Besucherbalkon in nicht absehbare Tiefen führenden Abgrund. Diese Grotte wurde erst 1980 entdeckt und hat 4000 bis 5000 m3 Rauminhalt.

Als wir nach der Tour innerhalb von 90 Sekunden ausfuhren, war es draußen dunkel - und immer noch ungemütlich...

Erlebnis Bergwerk 36460 Merkers www.erlebnisbergwerk.de Tel. 03695-614101


M. Hiller, Dezember 2018


Salz: ein ausgleichendes Element - wenn es richtig eingesetzt wird

Der menschliche Organismus braucht Salz. Nicht zuviel und nicht zu wenig. In den Körperzellen ist ein Gleichgewicht aus Mineralien und Nährstoffen, das sich sofort verschiebt, wenn die Umgebung stärker oder schwächer salzig wird.

Zwei bis drei Gramm sind erforderlich pro Tag, nicht aber bis zu zehn Gramm, wie bei uns üblich. Etwas mehr Salz benötigen Sportler oder Menschen, die bei der Arbeit viel schwitzen. Die wiederum müssen auch viel trinken: ein Dachdecker etwa braucht an einem heißen Tag sechs Liter Wasser!

Zuviel Salz wird über die Nieren und den Urin ausgeschieden. Dazu ist viel Flüssigkeit nötig, weshalb wir Durst verspüren.

Zuviel ist ungesund: Salz bindet Flüssigkeit, Bauch, Finger und Zehen können anschwellen. Kopfschmerzen können auftreten, auch - obwohl etwas  umstritten - Bluthochdruck.

Teufelskreis:

Je stärker man sein Essen salzt, desto mehr verlangt der Körper. Besonders wer sich häufig von Fast food ernährt gerät in eine solche Immer-mehr-Spirale. Auch viele Restaurantköche denken sich, daß ein gutes Quantum Salz ihren Gerichten guttut. Das ist auch richtig: aber eben „cum grano salis“ - mit einem Korn Salz.

Salzmangel dagegen oder besser Natriummangel führt zu Störungen des Gleichgewichtssinnes, der Gedächtnisleistung, der Aufmerksamkeit. Unser Speisesalz besteht aus Natriumchlorid, kurz NaCl. Es ist ein wichtiges Mineral, ohne das die Zellen nicht arbeiten können.

Als die Königstochter im Märchen ihrem Vater sagt, daß sie ihn so sehr lieb hat wie Salz, verstößt er sie. Daraufhin gibt es in seinem ganzen Königreich kein Salz mehr - und Menschen und Tiere werden krank. Ausgewogenheit ist das Zauberwort: nicht zuviel und nicht zu wenig...

Bevor es Kühlmöglichkeiten gab, mußte Fleisch mit Salz haltbar gemacht werden, auch für die Milchsäuregärung bei Sauerkraut oder sauren Bohnen ist Salz unentbehrlich.

Hier ein einfaches Rezept zur Herstellung von eigenem Sauerkraut:

einen Krautkopf fein hobeln, pro Kilogramm Kraut 15 Gramm Salz zugeben und sehr gut durchkneten. Das Kraut sollte dabei etwas Brühe ziehen. Wichtig ist, daß die Zellwände der Krautstreifen aufgebrochen werden, so daß das Salz an die darin befindliche Flüssigkeit kommt. Man kann Kräuter, Wacholder, geriebenen Apfel oder Kümmel zugeben, das ist aber nicht notwendig. Wichtig ist, daß alles sehr sauber ist bei der Verarbeitung. Das geknetete Kraut wird sehr fest in Schraubgläser gestopft, die Gläser müssen bis oben hin voll sein. Über den Glasrand legt man Frischhaltefolie oder Frühstückspapier, damit die Säure im Kraut das Metall des Deckels nicht angreift. Dann schraubt man die Deckel nur leicht auf, damit Gase und Flüssigkeit entweichen können, die beim Gärprozeß entstehen. Nach 5-6 Tagen im Warmen schraubt man die Deckel fest zu und stellt die Gläser ins Kühle. Schmeckt unvergleichlich und hält sich mehrere Monate!

M. Hiller, Dezember 2019