Kelten im Odenwald?

Foto: M. Hiller
Der geheimnisvolle Keltenfürst vom Glauberg

Rätselhaft ist alles, was es zu den Kelten zu sagen gibt. Die Forschung ist sich uneins, neue Erkenntnisse können tagtäglich unser Wissen und Verständnis von den Kelten ändern...

Marieta Hillers Kelten-Version
Kobold Kieselbarts Kelten-Version
Der Keltenschatz!
Der Keltenzauber...

Viel Vergnügen bei der Spurensuche wünscht Marieta Hiller

Foto aus GEO Epoche "Die Kelten"
Keltische Goldmünze
Foto aus GEO Epoche "Die Kelten"
Ein keltischer Schuh, im Salz erhalten
Foto aus GEO Epoche "Die Kelten"
Stoffstück, ebenfalls aus dem Salz
Foto aus GEO Epoche "Die Kelten"
Keltenschwert

Ausflugstipp: Keltenmuseum am Glauberg

Noch ist ungeklärt was der Kopfschmuck des Keltenfürsten bedeutet: Mistelblatt, Herz oder vielleicht eine Salzplatte? Foto aus GEO, rekonstruiertes Bergwerk
Was der Keltenfürst auf dem Kopf trägt, sieht sehr ähnlich aus...

www.keltenwelt-glauberg.de

Wer waren sie - die geheimnisvollen Kelten? Lebten sie hier im Odenwald, einst vor vielen Jahrhunderten - lange vor unserer Zeitrechnung? Oder gab es sie hier gar nicht! Kann man Handel treiben ohne eigene Schrift? Kann man Erze fördern ohne in großartigen Steinhäusern zu wohnen? Von den Kelten gibt es keine schriftlichen Quellen, keine Bauwerke, keine Spuren - sie tauchten aus dem Nebel der Vorzeit auf und verschwanden wieder. Hätten die Griechen und Römer in ihren Reiseberichten nicht immer wieder die keltoi erwähnt, auch celtae, Gallier und Galater oder schlicht Barbaren genannt, wüßte man heute kaum noch etwas über sie. Doch es gibt Funde: ein Hockergrab, das unter der Villa Haselburg gefunden wurde, Werkzeugfunde aus dem Kinzigtal, Grabhügel im Mümlingtal, Funde aus Trebur, Groß-Gerau und Überau: Gewandspangen, Schwerter, Tongefäße... Und es gibt Wörter: ‘Brenk’ für Bottich, ‘Mock’ für Mutterschwein, ‘Duir’ für Tür (duir bedeutet Eiche, Türen waren aus Eichenholz), und Orts- bzw. Flußnamen: Roßberg, Rhein, Main, Gersprenz, Weschnitz, Tromm, Breuberg, Reinheim, Winterkasten, Ladenburg, Worms, Mainz, Lyon...

Keltische Spuren finden sich immer in der Nähe wichtiger Erzvorkommen und an Verkehrswegen. Während die Forschung heute uneins ist, ob die Römer den Odenwald unbesiedelt vorfanden oder ob es hier Kelten gab, liegt die Vermutung nahe, daß es bei dem Odenwälder Erzreichtum sicherlich keltische Bergwerke mit Siedlungen gegeben haben muß.

Andernorts schürften sie Salz und handelten damit. Die Hallstadtzeit von 800-450 v. Chr. wurde genannt nach dem Ort im Salzkammergut, dessen Name das Salzwort Hal enthält. Die Kelten hatten das Salzhandelsmonopol im Umkreis von 300 km um Hallstatt. Im Salzstock blieben sogar Schuhe und Stoffstücke erhalten. Auf die keltische Hallstadtzeit folgte die ebenfalls keltische La-Tene-Zeit 450-60 v. Chr. Weniger spurlos blieben die Kelten des viel späteren keltischen Zeitalters, das wir mit den sechs keltischen Nationen der Neuzeit Schottland, Irland, Isle of Man, Wales, Cornwall und der Bretagne verbinden.

Zu dem Wenigen, das von den ganz alten Kelten (vor Christus) bekannt ist, zählen ihre Götter - wiederum durch Berichte der Griechen und Römer erhalten.

Cernunnus, der Gott der wilden Tiere mit mächtigem Hirschgeweih; Belenus, der Kriegsgott, dessen Name in unserem Bilsenkraut anklingt: Bilsenkraut wurde als Droge zur Steigerung der Kampfeslust genommen; Eponna, die Fruchtbarkeitsgöttin. Tatsächlich ehrten die Kelten ihre Götter durch Druiden in heiligen Hainen, jedoch der weltberühmte Steinkreis Stonehenge war bereits 1000 Jahre vor den ersten Kelten angelegt worden. Im Odenwald vermuteten römische Geschichtsschreiber die Kimbern, die sich nach dem keltisch-germanischen Gott Cimbrianus nannten, der aber erst für das 2./3. Jh. n. Chr. nachgewiesen ist, z.B. in Miltenberg.

Spuren finden sich neben den meisten regionalen Museen vor allem am Glauberg: hier entstand 2011 das futuristische Museum mit Blick direkt auf den keltischen Grabhügel (M. Hiller)