Der Zullestein

Dort, wo heute das Kernkraftwerk Biblis steht, befand sich einst in römischer Zeit eine wichtige Schiffslände: der Zullestein. Die Römer brachten ihre Handelsgüter aus dem Odenwald und dem Ried hierher, um es auf Schiffe zu verladen, die den Rhein befuhren. Zullestein kommt von Zoll-Stein.

Im Jahr 1970 wurden - eigentlich völlig überraschend - hier die Überreste eines römischen Burgus gefunden. Gesucht hatte man nach karolingischen Siedlungsspuren. Der Burgus bestand aus einem vermutlich dreistöckigen Festungsturm, ca. 21x15m. Die Mauern des Erdgeschosses waren zwei Meter dick, und von den Schmalseiten des Gebäudes liefen zwei weitere Mauern weg, die an kleineren Ecktürmen endeten. So bildete sich damals ein Geviert, zu drei Seiten turm- und mauerbewehrt, zur vierten Seite der Rhein. Hier war die Anlegestelle für römische Schiffe.
Der Rhein übrigens fließt heute fast einen halben Kilometer entfernt von diesem Burgus vorbei, damals aber lag der Burgus direkt am Ufer. Auch die Weschnitz, die heute (und erst seit dem 16. Jahrhundert n. Chr.) direkt am Zullestein in den Rhein mündet, floß zu römischer Zeit ein gutes Stück rheinaufwärts in den Rhein.