Mitmachen bei den Odenwaldweiten Lärmfeuern

Wer möchte im Frühjahr mitmachen bei den Odenwaldweiten Lärmfeuern?

Alljährlich im Frühjahr finden im Odenwald und an der Bergstraße die Lärmfeuer statt. Mit einbrechender Dunkelheit sollen auf den Hügeln die Feuer aufflammen. Wo aus Denkmal- oder Umweltschutzgründen kein offenes Feuer möglich ist, behilft man sich kurzerhand mit einem starken Lichtsignal aus einem Scheinwerfer. So können auch Türme, Burgen und Schlösser wundervoll illuminiert werden. In früheren Zeiten waren die Lärmfeuer ein nützliches Instrument, um schnell über große Entfernungen vor Gefahr warnen zu können: "Lärm" kommt vom französischen "Allarme", was "zu den Waffen" bedeutet. Zwei Feuerketten von West nach Ost wurden ständig unterhalten. Ein zündbereiter Feuerstoß und eine Wachmannschaft befanden sich auf den Höhen, und entdeckte eine Wache im Westen ein Feuer oder auch Rauch, so war der eigene Feuerhaufen schnell entzündet und das Signal wanderte so weiter nach Osten.

Wie die heutigen Lärmfeuer wieder entstanden sind

Die heutigen Lärmfeuer sollen natürlich nicht vor einer Gefahr oder gar einem Feind - und schon gar nicht aus dem Westen in Frankreich, wo es heute zahlreiche verschwisterte Gemeinden und Städten auch im Odenwald gibt. Vielmehr entstanden sie aus der Idee, im Odenwald wieder Frühlingsfeuer anzuzünden. In einer Vorstandssitzung des Fördervereins Odenwälder Apfel e.V. - damals noch Hessische Apfelwein- und Streuobstwiesenroute Odenwald - kam im Jahr 2000 die Idee auf, und bei mir im Hinterstübchen wurde sie noch ein paar Jahre gehegt, bis die Bürgerstiftung Lautertal im Jahr 2007 das erste Lärmfeuer auf der Raidelbacher Höhe im Lautertal entzündete. Thomas Maul recherchierte dann noch zahlreiche Details zu den Lärmfeuern, und so war die Veranstaltung geboren, die Lärmfeuer über mehrere Hügel miteinander zu verbinden. Das erste "Antwortfeuer" brannte auf der Schleichhöhe zwischen Kolmbach und Winterkasten, beides Ortsteile von Lindenfels. Reichelsheim und das Weschnitztal folgte, Modautal, die Veste Otzberg, das Mümlingtal und Vielbrunn, die Höhen bei Grein über dem Neckar. Bis zur Marienhöhe bei Osterburken gingen die Feuer an, und die JVA Adelsheim machte ein Jugendforschungsprojekt daraus.

Jeder kann mitmachen, der die Lärmfeuer-Regeln einhält:

Infos zu Organisation, Genehmigngen, Rahmenprogrammen, Werbematerial, Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Gastronomie gibt es unter E-Mail kieselbart@dblt.de bei Marieta Hiller, zuständig für das Lärmfeuer-Netzwerk.
Diese Veranstaltung bringt spürbar zusätzliche Gäste in die Region, und das in der Vorsaison vor Ostern.

Folgende Dinge sind zu beachten:

Genehmigungspflicht für Lärmfeuer: Brauchtumsfeuer!

Martinsfeuer, Osterfeuer und auch Lärmfeuer sind jährlich wiederkehrende Veranstaltungen, bei denen sich Bürger und Vereine, vor allem die Freiwilligen Feuerwehren, ehrenamtlich engagieren. Bei diesen Feuern handelt es sich nach dem Regierungspräsidium Darmstadt nicht um eine Verbrennung pflanzlicher Abfälle, sie unterliegen nicht dem Abfallrecht. Das Verbrennen von Holz, Baum- und Strauchschnitt von Landwirten oder Gartenbesitzern auf deren Grundstückk im privaten Kreis ist demnach nicht als Brauchtumsfeuer zu werten. Details zu Brandschutz, Aufsichtsperson und Sicherheitsabständen sowie das Formular zur Anzeige eines Brauchtumsfeuers HIER.

Beispiel der Reihenfolge für die Signalzündung

Seit einigen Jahren muß keine feste Reihenfolge von West nach Ost eingehalten werden, da dies oftmals nicht funktioniert - mal ist Nebel, mal will das Feuer nicht gleich brennen - und auch die Handyverbindung ist oftmals nicht die Beste. Am 27.3.2010 haben wir die Signalkette nach historischen Erkenntnissen an der Bergstraße gestartet, über Hügel in den Odenwald weitergegeben, wo sie sich in Wellen bis zum Limes fortsetzte.

Die historischen Feuerorte Lorsch (Düne), Hohenstein (Raidelbach), Neunkirchener Höhe, Reichenberg (Reichelsheim), Lärmfeuer (Ober-Mossau), Tromm (Grasellenbach), Otzberg setzten das Zeichen zur Weitergabe des Signales. In Wellen kann sich die Feuerkette so im Zweiminutenabstand von West nach Ost fortsetzen, bis sie in Osterburken und Merchingen ankommt. Die historische Kette ist leider nicht vollständig: es fehlen Gernsheim, Rheinschanze (gegenüber von Worms), Schönberg, Heppenheim (Starkenburg) Spessartkopf (Gras-Ellenbach), Morsberg (Reichelsheim - Ober-Kainsbach), Zeller Kopf, Hohe Straße, Würzberg (Michelstadt) und Sensbacher Höhe (Sensbachtal). Erstmalig dabei in 2010 ist Beerfelden. Insgesamt gab es 17 historische Feuerorte. Da es jedoch neblig war und auch der Handyempfang sehr dürftig, konnte eine zeitlich genaue Abstimmung der Zündreihenfolge nicht gelingen, und jeder steckte sein Feuer letztlich so an, wie es in sein Rahmenprogramm paßte. So haben wir es seither jedes Jahr beibehalten.

Finanzierung und Unterstützung

Um für die Gesamtveranstaltung werben zu können, benötige ich ein Budget. Dieses sollen nicht die Aktiven aufbringen, sondern jeder der gerne "mitfeuern" möchte, ist gebeten seine Stadt oder Gemeinde bezüglich Unterstützung anzusprechen. Nicht nur finanzielle Unterstützung, auch Materialbereitstellung, Hilfskräfte des Bauhofes zum Holztransport o.ä., Bereitstellung von Löschfahrzeugen vor Ort sind hier wichtig. Den finanziellen Beitrag der Gemeinden erbitte ich jeweils bei der vom Veranstalter genannten Behörde. Das Geld benötige ich, um die schöne handliche Broschüre drucken und verteilen zu lassen und wenn etwas übrig bleibt, dann erscheint auch ein Inserat in der Kartoffelsupp.

Die örtliche Feuerwehr muß informiert werden.

Programmgestaltung

Sicherlich gibt es in Ihrem Ort einen Heimat- oder Kulturverein, vielerorts können auch andere Vereine ein attraktives Programm zusammenstellen. Historische Darstellungen, Tänze, Fackelwanderungen, Feuerspucker u.v.m. Ist denkbar.

Gastronomischer Rahmen

zu einem guten Programm gehört natürlich gute Verpflegung für die Gäste. Sinnvoll ist es, hier die örtliche Gastronomie einzubinden, die auf diesem Wege wiederum um eine Spende für die Durchführung der Veranstaltung gebeten werden kann. Es ist wichtig, daß die Gesamterscheinung der Veranstaltung für Gäste in bester Erinnerung bleibt, denn unser Ziel ist es, nachhaltig für die Region zu werben. Deshalb sollte das Angebot schon etwas umfassender sein als Wurst & Brot.

Holzstoß Aufbau

Für den Aufbau des Holzstoßes für das Lärmfeuer können Ihnen Ihre Feuerwehrleute gute Tipps geben, er sollte möglichst erst am Tag des Feuers aufgesetzt werden, um zu verhindern daß er von Tieren besiedelt wird, die dann vertrieben werden oder sogar verbrennen.

Werbemöglichkeiten

Ein einheitliches Erscheinungsbild in der gemeinsamen Werbung ist sehr wichtig. Die Werbung für die Lärmfeuer-Veranstaltung wird zentral von mir organisiert, Das Lärmfeuer-Logo, Flyer- und Plakatvordrucke etc. kann kostenlos bei mir angefordert werden für eigene Werbemedien vor Ort.

Gastronomiebetriebe, die nicht selbst ein Feuer organisieren, können dieselben Vorlagen natürlich ebenfalls von uns erhalten, zahlen jedoch eine Nutzerpauschale.

Sie erhalten die gewünschten Materialien per PDF-Datei, Ausdruck oder individuell erstelltem Flyer und Plakat. Anfordern bei Marieta Hiller, Waldstraße 2, 64686 Lautertal, Telefon 06254-9403010, Mail kieselbart@dblt.de.

Organisator der Lärmfeuer-Veranstaltung

Die Gesamtveranstaltung wird unter Federführung von Marieta Hiller organisiert. Der Termin des kommenden Jahres wird jeweils gleich nach der Veranstaltung von allen gemeinsam festgelegt, die Mehrheit entscheidet.

Eine Beteiligung mit eigenem Feuer ist für jedermann kostenlos, sofern ein finanzieller Beitrag durch die zugehörige Stadt / Gemeinde / Gastronomie gewährleistet ist. Um die Einhaltung der "Lärmfeuer"-Regeln wird gebeten.

Jeder Veranstalter organisiert sein eigenes Feuer mit Programm selbst und übernimmt auch die Haftung. Ich sorge für die Öffentlichkeitsarbeit.

 

Veranstalter und Gemeinden, die gerne ein Lärmfeuer machen möchten, werden gebeten, sich bis spätestens August bei der Redaktion zu melden.

Organisation und Redaktion:

Marieta Hiller, Waldstraße 2, 64686 Lautertal, Tel. 06254-9403010, kieselbart@dblt.de