Naturschutz im Felsenmeer

Bodenerosion durch zehntausende Füße: die Besucher des Felsenmeeres halten sich nicht an Wege und Stufen, sondern verdichten überall rechts und links den Boden. Im September 2008 wurden zwei Waldstücke eingezäunt. Eines davon wurde mit Hacken aufgelockert, so daß sich neue Pflanzensamen ansiedeln und so der verschwundenen Tierwelt Nahrung bieten können. (Foto links). Ein Kontrollbereich wurde so verdichtet belassen, wie er war (Foto rechts). Jetzt müßte sich allmählich bereits ein sichtbarer Unterschied zeigen.

Ungelenkter Tourismus zerstört Natur, gelenkter Tourismus schafft Bewußtsein für ihren Schutz

Seit Jahren befasse ich mich intensiv mit dem Thema Naturschutz und integriere wichtige Belange in meine Tourangebote.

10.000 Füße an der richtigen Stelle helfen beim Ökotop-Erhalt

Das Felsenmeer ist ein ganz besonderes Naturschutzgebiet, denn gleichzeitig wird es täglich von vielen hundert Besuchern aufgesucht. Beides unter ein Dach zu bekommen, ist gar nicht so einfach.

Denn wenn plötzlich nicht mehr so viele Füße über die Felsen klettern würden, wäre das Felsenmeer in 50 Jahren nicht mehr zu sehen. Brombeeren und Farne, Haselnuß und Holunder hätten die Felsen ruckzuck erobert. An den Randbereichen ist dies sogar zu sehen. Damit würde sich der Charakter dieses Stückes Natur drastisch verändern. Deshalb ist das Klettern auf den Felsen sogar erwünscht.

Nicht erwünscht ist jedoch, wenn man merkt daß die Kletterei zu anstrengend ist und einfach rechts oder links der Felsen durch den Wald trampelt. Was dann passiert, kann man hier sehen.

Also: Klettern auf den Felsen erwünscht, ansonsten bitte Wege und Treppen benutzen!

Vor jeder Tour erkläre ich den Teilnehmern, daß man auf den Wegen bleibt (Wohnzimmer der Tiere), keine lebenden Pflanzen und Pilze ausreißt, ein bißchen leise ist und keinen Müll in den Wald wirft.

Danach werden große und kleine Teilnehmer von sich aus auf Müll im Wald aufmerksam, heben ihn sogar auf und nehmen ihn bis zum nächsten Mülleimer mit. Es versteht sich von selbst, daß alles was ich selbst mitbringe, auch wieder mit aus dem Wald hinausnehme.

Die Touren beinhalten wesentliche Informationen über Tiere und Pflanzen des Waldes, die Lebensgemeinschaften, und die Einflußnahme durch den Menschen auf sie. Als Kobold kann ich diese Inhalte spielerisch ohne erhobenen Zeigefinger vermitteln, und durch die Art der interaktiven Vermittlung bleibt dies auch nachhaltig im Gedächtnis.

Essen und Trinken in Verbindung mit meinen Touren wird immer in Zusammenarbeit mit der örtlichen Gastronomie organisiert. Es gibt ein Koboldpicknick oder ein Odenwälder Buffet am Kiosk an der Riesensäule oder von der Koboldklause, ein Nibelungenbuffet von der Metzgerei Hornung oder andere regionale Köstlichkeiten. Das Picknick kann man am Kiosk an der Riesensäule, an der Schutzhütte „Lautertalblick“ oder an der Seegerhütte oder auch am Fuß der Felsen an der Siegfriedsquelle genießen. Für eine Einkehr / Übernachtung vor oder nach den Touren empfehle ich immer die umliegenden Gastronomiebetriebe.

Damit wird bei meinen Touren im Vergleich zu „normalen“ Wandergruppen (Einzelwanderer, Familien, Vereine) eine wesentlich umweltschonendere und zugleich wirtschaftsfördernde Qualität erreicht.

Da das Felsenmeer nicht für Besucher unzugänglich gemacht werden kann (und soll), weil manche Besucher jedoch eine gewisse Eigendynamik bis hin zum Überklettern von Zäunen einbringen, ist es im Sinne des Umweltschutzes wesentlich sinnvoller, wenn die Besucher in thematischen Führungen wichtige Aspekte des Umweltschutzes vermittelt bekommen. Daran arbeite ich seit über 15 Jahren gemeinsam mit den Felsenmeer-vor-Ort-Führern und Geopark-Rangern. 

Wie lange liegt Weggeworfenes in der Natur?

Es ist erstaunlich, wie lange die verschiedenen Müllsorten - viele von ihnen mit wertvollen Inhaltsstoffen - in der Natur liegenbleiben, wenn sie niemand wegräumt! Kaum jemand kann alle Sorten richtig bewerten, meist werden viel zu kurze Zeiträume angesetzt.

  • Münzen: bleiben meist nur solange liegen, bis sie jemand aufhebt! Ansonsten: die ältesten gefundenen Münzen stammen aus Lydien (heute Türkei) und sind über 2500 Jahre alt. Vor kurzem wurden auf Hiddensee unter anderem etwa 100 Blauzahnkreuzer aus der legendären Stadt Haithabu gefunden. Siehe auch: Münzen und Maßeinheiten...
  • Apfelkrotzen und Brötchenreste: 2-3 Wochen - wenn nicht vorher ein hungriges Reh vorbeikommt
  • Papiertaschentuch und Zigarettenkippe ohne Filter: 3 Monate; besonders häßlich: die heimlichen Pipiörtchen im Wald, die mit einem Papiertaschentuch markiert werden damit niemand alle bescheid wissen...
  • Filterzigarettenkippe und Orangenschale: 1-2 Jahre! Wie einfach wäre es, diese Leichtgewichte in einer Plastiktüte zu sammeln und zuhause im Mülleimer zu entsorgen!
  • Kaugummi: Kaugummi bleibt kleben... Seine Entsorgung kostet die Kommunen in Deutschland jährlich 900 Millionen Euro, von diesem Geld könnte man fünf Krankenhäuser bauen oder 20.000 Lehrer einstellen. Würde Kaugummi nicht von den Gemeinden entfernt, brächte das vielleicht der Schuhbranche einen gewaltigen Aufschwung, denn unsere Schuhe würden ständig in einem knöcheltiefen Kaugummibrabs steckenbleiben.
  • Bembel with Care Dose bzw. To Go Geschirr der Fastfoodketten: 10-100 Jahre. Wäre es in Deutschland Gesetz, daß auf alle Aludosen Pfand verlangt werden muß, würden so gut wie keine Dosen mehr rumliegen. So dagegen schafft ein halbherziges Gesetz Lücken. Weit schlimmer als die regionale Firma Bembel with Care, die dem Apfelwein zu einem neuen jugendlichen Image verholfen hat und so etwas Gutes für die Region tut, weit schlimmer sind die Fastfoodketten, deren Verpackungen die Autobahnauffahrten verunzieren. Die Entsorgung zahlt der Steuerzahler, während anständige Speisenanbieter vom Gesetzgeber zu Mehrfachgeschirr gezwungen sind, das gespült werden muß. Zudem müssen diese den höheren Mehrwertsatz berechnen, sind also deutlich benachteiligt 
  • PET-Flaschen: 100-1000 Jahre! Sind diese Flaschen so schwer, daß man sie nicht leer wieder mit nach Hause nehmen kann? Warum unser Pfandsystem so schlecht funktioniert, erklärt uns Wikipedia
  • Hundekacktüten aus Kunststoff
    400 Jahre. Ein Hundehäufchen ohne Tüte ist nach 1-20 Tagen verschwunden, weil unzählige Mikroorganismen, Käfer, Würmer und größere Waldtiere noch verwerten können, was der Hundemagen entsorgt. Wer glaubt daß er seine Hundehinterlassenschaften in Plastik verpacken muß, der soll diese gefälligst auch mit nach Hause nehmen. Oder wem soll sonst wohl die Entsorgung der bunten Stinkbomben aufgehalst werden?
  • Kreditkarte: kommt drauf an, ob der Eigentümer auch seine PIN drauf notiert hat...
  • Glasflasche: 4000 Jahre dauert es, bevor Glas durch mechanische Zerkleinerung wieder zu seinem Ausgangsmaterial Silikat zurückgeführt wird
  • Batterie: Bei weggeworfenen Batterien verrottet nur die Hülle aus Metall. Die Chemikalien bleiben für immer im Erdreich, während sie gut zur erneuten Befüllung von Batterien recycelt werden könnten, wenn die alten Batterien in die entsprechenden Sammelbehälter gebracht würden.

Auf der Internetseite www.littering.de der Arbeitsgemeinschaft für Serviceverpackungen e.V. werden Studien und Brennpunkte aufgezeigt sowie eine ganze Reihe Kampagnen und Bildungsangebote aufgelistet.

Aktionstage Mach mit - Felsenmeer

Entbuschungsaktion der Felsen

Am 28. März 2009 und am 19. September 2009 waren zahlreiche Helfer im Rahmen der Aktion "Mach mit - wir schaffen was" im Felsenmeer aktiv. Im Jahr 2008 hatte die Bürgerstiftung Lautertal erstmals dazu aufgerufen, und viele freiwillige Helfer waren gekommen, um gemeinsam die Felsen von Brombeerranken zu befreien.

Die Randbereiche des Felsenmeeres sollten entbuscht werden. In Zusammenarbeit mit dem Forstamt Lampertheim und der Bürgerstiftung Lautertal i.G. leitete das Felsenmeer-Informationszentrum die Aktion. Zum einen soll dadurch das Klettern auf den Felsen wieder attraktiv bzw. möglich werden, um den Blockstrom freizuhalten. Zum anderen sollen so die Seitenbereiche mehr Ruhe bekommen und sich regenerieren. Zur Unterstützung wird das ausgeputzte Unterholz an den Wegrändern abgelegt, so daß sich Trampelpfade nicht mehr so leicht bilden können.